| Probleme:
Wie halte ich mein Tier gesund?
SCHUTZ VOR INFEKTIONSKRANKHEITEN
Den einzigen Schutz vor ansteckenden Virusinfektionen bieten die vorbeugenden Schutzimpfungen. Für Hunde gibt es Impfmöglichkeiten gegen folgende Krankheiten:
* Staupe * Ansteckende Leberentzündung * Leptospirose * Parvovirose (sog. Katzenseuche des Hundes) * Tollwut * Zwingerhusten
Hunde müssen mit 8-12 Wochen grundgeimpft und jährlich nachgeimpft werden.
Für Katzen gibt es Impfmöglichkeiten gegen:
* Katzenschnupfen * Katzenseuche * FIP * Leukose * Tollwut
Katzen müssen mit 8-9 Wochen und 12-13 Wochen grundgeimpft und jährlich nachgeimpft werden.
Welche Impfungen für Ihr Tier notwendig ist sollten Sie mit Ihrem Tierarzt besprechen.
REGELMÄSSIGE ENTWURMUNG
Junge Hunde und Katzen infizieren sich oft bei ihren Müttern mit Spulwürmern und sollten deshalb mehrere Male im Abstand von ca. 2 Wochen entwurmt werden. Wenn die Tiere erwachsen sind, sollten sie 3-4 Mal pro Jahr mit einem Wurmmittel behandelt werden. Bei Flohbefall und bei freilaufenden Katzen ist es ratsam, ein Präparat, welches zusätzlich gegen Bandwürmer wirkt, zu verwenden.
Wie oft muss ich mein Tier entwurmen?
KONTROLLE VON HAUT, OHREN, MUNDHÖHLE
Langhaarige Hunde und Katzen müssen regelmäßig auf Verfilzungen untersucht werden. Es kann nötig sein das Fell regelmäßig zu kämmen, zu trimmen Hunde) oder sogar ab und zu zu scheren. Hunde mit verfilztem Fell kratzen sich häufig, was zu unangenehmen Hautentzündungen führt.
Schuppen auf der Haut weisen auf Ernährungsfehler, Parasiten und Stoffwechselkrankheiten hin. Pusteln, Pöckchen und Hautrötungen sollten dem Tierarzt vorgestellt werden. Wenn Ihr Tier sich juckt und im Fell schwarze kleine Teilchen zu sehen sind, ist das ein Zeichen für Flohbefall. Orangerote Punkte in den Monaten August und September weisen auf einen Befall mit Herbstgrasmilben hin.
Wenn sich junge Kätzchen an den Ohren kratzen, sollte man beim Tierarzt eine Kontrolle auf Ohrmilben vornehmen lassen. Bei manchen Hunden (u.a. Cocker, Schäferhund) sind die Ohren sehr empfindlich für Entzündungen u d sollten in Kurzen Abständen kontrolliert werden, ob sie stark riechen, gerötet sind oder ob eitriges Sekret vorhanden ist.
Ein starker Mundgeruch lässt bei Hund und Katze auf Zahnsteinbefall, Zahnfleischentzündung oder Zahnvereiterung schließen. Leider wird der Zahnsteinbefall von vielen Tierbesitzern als kosmetisches Problem betrachtet. Dabei ist jedoch festzustellen, dass die Bakterien im Zahnstein einen Eiterherd darstellen, der zu Folgekrankheiten (Nierenentzündung, Herzklappenentzündung) führen kann.
DIE RICHTIGE ERNÄHRUNG
Grundsätzlich fährt man richtig, wenn man seinem Tier ein Fertigfutter anbietet. Selbstgekochtes mag zwar abwechslungsreicher sein, aber die inhaltliche Zusammensetzung ist nie so ideal wie im kommerziellen Fertigfutter.
Dosenfutter ist nicht wertvoller als Trockenfutter, allenfalls schmeckt es manchen Tieren besser. Wer gegen Zahnsteinbildung vorbeugen will, sollte seinem Tier ein nicht eingeweichtes Trockenfutter anbieten. Daneben gehört natürlich immer ein gefüllter Wassernapf !! Liebe geht durch den Magen. Das sollte nicht für Tiere gelten. Wer glaubt, allein durch allerlei Leckereien die Liebe und Zuneigung seines vierbeinigen Gefährten erkaufen zu können, irrt. Weniger ist da manchmal mehr und vor allem besser für die Gesundheit und ein langes Leben. Junge Tiere brauchen ein Futter, welches dem Wachstumsbedarf angepasst ist. Hier fährt man mit einem Aufzuchtsfutter, welche für Hunde und Katzen in fast allen Geschmacksrichtungen angeboten werden, am besten. Ab einem halben Jahr, bei großen Hunderassen ab ca. 10-11 Monaten, kann auf ein Futter für erwachsene Tiere umgestellt werden. Wichtig ist bei heranwachsenden Hunden eine zusätzliche Versorgung mit Calcium und Phosphor.
Übermäßigem Appetit kann man mit einem Futter entgegentreten, welches dem Tier nicht ganz so gut schmeckt. Der Hund oder die Katze wird nur so viel fressen, wie er oder sie braucht. Manche Tiere bekommen von einigen Fertigfuttermitteln einen weichen Stuhl. Da sollte man probieren, ob es mit einer anderen Marke besser klappt.
Wenn unsere Freunde Schließlich älter werden, wird die Wahl des richtigen Futters wieder sehr wichtig. Man sollte ein Futter mit geringerem Eiweißgehalt füttern, um die Nieren nicht zu sehr zu belasten. Auch der Fett- und Kaloriengehalt sollte niedriger sein, sonst werden die Leber und die Bauchspeicheldrüse zu sehr in Anspruch genommen. Im Alter nehmen auch andere Stoffwechselkrankheiten zu (z.B. Zuckerkrankheit). Hier sollten Sie mit Ihrem Tierarzt besprechen wie Sie ihre Fütterung gestalten.
AUF ALARMZEICHEN ACHTEN
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Das gilt oft auch für Krankheiten. Achten Sie auf übermäßigen Durst, auf Fehlende oder übermäßige Futteraufnahme, auf Ausfluss aus den Körperöffnungen, auf Wesensveränderungen, auf Veränderungen der Figur oder des Fells. Durch frühes Erkennen solcher Veränderungen können oftmals schlimme Krankheiten wie Krebs, Niereninsuffizienz, Zuckerkrankheit, Herzschwäche oder Hormonabweichungen rechtzeitig behandelt und Tiere vor einem frühen Tod bewahrt werden.
Weitere Infos und Tipps finden Sie auch bei der Tiermedizin.
Wurmbefall bei Hunden und Katzen:
Welche Würmer kann mein Haustier haben?
Fast alle Hunde und Katzen aller Altersstufen sind von Magen- und Darmparasiten befallen.
Mit bloßem Augen erkennt man höchstens Bandwürmer, die in 2-3 cm großen Gliedern mit dem Kot ausgeschieden werden und z.T. am Fell hängen bleiben. Diese Würmer werden von Flöhen (häufig) und durch den Verzehr von Mäusen (bes. bei Katzen) und rohem Fleisch übertragen. Für den Menschen sind diese Würmer teilweise lebensgefährlich (bes. der sog. Fuchsbandwurm!)
Häufiger sind aber Hunden und Katzen mit Spulwürmern befallen, nur sind diese im Kot mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen! Sie werden durch mikroskopisch kleine Wurmeier auf unsere Hausgenossen übertragen. Diese Eier befinden sich auch Hunde- und Katzenhäufchen und am After der Tiere und werden beim Schnüffeln übertragen. Aber auch wir Menschen verbreiten mit an unseren Schuhsohlen haftenden Spulwurmeier Würmer an Tiere, die selbst gar nicht nach draußen gehen und diese Eier nur aus dem Teppich aufnehmen. Neugeborene Katzen- und Hundewelpen werden direkt im Mutterleib oder durch die Muttermilch mit Spulwurmlarven infiziert.
Aus den Eiern entwickeln sich zunächst Larven, diese beißen sich im Magen oder Darm fest und werden zu Erwachsenen Würmern (8-18cm lang), die wieder neue Eier produzieren. Wenn erwachsene Würmer absterben, werden sie verdaut und sind im Kot nicht mehr zu erkennen. Um sich zu ernähren, "stiehlt" der Parasit seinem Wirt Teile seiner Nahrung und entzieht ihm so wichtige Vitamine, Mineralien und Eiweiße. In vielen Fällen führt dies auch zu äußerlich sichtbaren Veränderungen wie stumpfes Fell, Abmagerung, Mandelentzündungen, Krankheitsanfälligkeit oder auch zu Durchfall und Erbrechen. Spätestens jetzt müssen Hunde und Katzen dringend mit einem wirksamen Entwurmungsmittel behandelt werden.
Warum sind Wurmkuren so wichtig?
Einerseits schützen Sie Hund und Katze vor schwereren Krankheiten, anderseits verhindern sie auch die Ansteckung des mit dem Tier lebenden Menschen mit Spulwurmlarven oder schlimmer, mit Bandwurmeiern.
Wenn nämlich beim Schmusen oder Ablecken ein Wurmei auf die Hand und dann versehentlich in den Mund gelangt (die Eier sieht man ja nicht), können sich beim Menschen (einem sog. Fehlwirt) die im Darm schlüpfenden Spulwurmlarven über die Leber und das rechte Herz in die Lunge ausbreiten und von dort sogar in das Gehirn oder die Augenmuskeln gelangen. Alle Organe können so bleibende Schäden davontragen.
Besonders gefährdet sind Kinder, deren Widerstandskraft noch geringer ist, als bei Erwachsenen.
Wie kann man sich davor schützen?
Wichtig ist, 1.) darauf zu achten, dass das Medikament auch wirklich Spulwürmer abtötet (solche Mittel sich immer verschreibungspflichtig; man bekommt sie direkt in der Tierarztpraxis oder auf Rezept eines Tierarztes in der Apotheke) und dass 2.) kein Medikament benutzt wird, gegen das die Würmer schon resistent sind (d.h. sie werden davon nicht mehr abgetötet).
Deswegen werden Tiere immer wieder mit wechselnden Mitteln entwurmt, mal mit einer Paste, mal mit Tabletten mit dem einen Inhaltsstoff, mal mit einem anderen Wirkstoff, oder mittels einer Spritze. So haben die Parasiten keine Chance, sich auf eine Substanz einzustellen.
Wann soll man entwurmen?
Mit einer Wurmkur kann man nicht vorbeugen, sondern immer nur erwachsene Würmer abtöten. Da sich ein Tier eigentlich täglich mit neuen Wurmeiern anstecken kann, ist das Hauptziel von Entwurmungen, den Wurmbefall in erträglichen Grenzen zu halten. Neugeborene Welpen erhalten Ihre erste Entwurmung bereits nach einer Wochen, dann im 1-3 wöchigen Abstand bis sie etwa 9 Wochen alt sind. Neugekaufte Welpen sollten 2-4 Tage nach der Ankunft im neuen Zuhause eine Wurmkur bekommen, da der Stress der Umstellung immer ein paar restliche Parasiten aktiviert. Im folgenden Leben des Tieres sollte ein 3 monatlicher Entwurmungsrhythmus beibehalten werden, die Termine trägt man, wie auch den nächsten Impftermin, gleich im Jahreskalender ein. In der Kartei des Tieres wird jeweils vermerkt, mit welchem Mittel zuletzt entwurmt wurde, so werden Resistenzen weitgehend verhindert.
Katzen, die intensiv Mäuse fangen, und all Tiere, die von Flöhen befallen sind, benötigen zusätzlich regelmäßige Bandwurmkuren, bzw. kombinierte Spulwurm-Bandwurmmittel. Wurmkuren werden immer nach Gewicht verabreicht. Wenn also Ihr Tier nicht mit zur Praxis genommen werden soll, wiegen Sie es bitte zu Hause (mit dem Tier auf die Waage gehen und anschließend Ihr eigenes Gewicht ohne Tier davon abziehen).
Weitere Infos und Tipps finden Sie auch bei der Tiermedizin.
Zahnstein bei Hunden und Katzen:
Wie entsteht Zahnstein?
In der Maulhöhle des Hundes und der Katze gibt es zahlreiche Keime, die die normale Mundflora des Tieres bilden. Durch Kauen und Benagen von (Kau-) Knochen wird der Speichelfluss angeregt, der diese Bakterien größtenteils wieder wegschwemmt und somit als "natürliche Zahnbürste" fungiert.
Mit zunehmenden Alter und bei bestimmten Rassen aber bleiben doch Rest-Zahnbeläge aus Futterbestandteilen, Speichelinhaltsstoffen und Bakterien auf den Zähnen liegen (sog. Plaque). Sie werden durch Mineraleinlagerungen nach und nach immer härter und dicker und können letztendlich den Zahn wie einen dicken Panzer umschließen. Diese gelblich-bräunlichen harten Ablagerungen nennt man Zahnstein.
Ist Zahnstein gefährlich?
Zahnstein kann einem Tier in vielerlei Hinsicht schaden. Zum einen drückt er auf das Zahnfleisch und schiebt sich mit zunehmender Dicke immer mehr zwischen Zahn und Zahnfleisch. Dieses kann zu Zahnfleischentzündung (Parodontose), Löcher am Zahnhals (Karies), zu lockeren Zähnen bis hin zum Zahnausfall führen.
Zwar müssen unsere Haustiere Ihre Beute heutzutage nicht mehr mit Ihren Zähnen fangen, doch mit einem vollständigen Gebiss und ohne Zahnschmerzen lässt sich auch Fertigfutter besser verspeisen.
Schlimmer aber ist, das es in den Zahnbelägen nur so vor Bakterien wimmelt. Dieses führt nicht nur zu einem unangenehmen Maulgeruch, sondern kann auch Ursache für schwere Organerkrankungen werden. Gelangen diese Keime nämlich in die Blutbahn (z.B. durch kleine Wunden im Zahnfleisch) können sie Herzklappenschäden, Leber- und Nierenerkrankungen sowie chronische Schäden an diesen Organen auslösen, an den Ihr Tier im schlimmsten Fall sogar sterben kann.
Was tut man, wenn ein Tier Zahnstein hat?
Die einzige wirksame Behandlung ist die Entfernung von Zahnstein. Da Tiere normalerweise nicht, wie wir Menschen, ihr Maul mind. 20 Minuten lang geduldig aufsperren, muss dieses immer mit Hilfe eines Ultraschallgerätes während einer Vollnarkose durchgeführt werden. Zusätzlich müssen die Bakterien und das meistens stark entzündete Zahnfleisch vor und/oder nach der Entfernung des Zahnsteines mit einem Medikament in Tablettenform behandelt werden.
Kann man die Zahnsteinbildung verhindern?
Am Besten verhindert man die Bildung von Zahnstein durch Zähneputzen!
Junge Hundewelpen, denen gleich beigebracht wird, dass das Zähneputzen mit einer speziellen Hundezahnbürste und spezieller Zahncreme (vom Tierarzt) ganz normal ist, werden kaum an Zahnstein erkranken.
Bei unwilligeren Tieren sollt man dafür sorgen dass der Speichelfluss angeregt wird. Beim Hund kann dieses durch spezielle Kauknochen (gibt es beim Tierarzt), deren Enzyme die Bakterien und die Beläge abbauen, geschehen. Es wird auch von der Firma Hill´s ein besonderes Alleinfutter zur Verringerung der Zahnsteinbildung angeboten.
Katzen sind allerdings selten bereit, eine solche Zahnputz-Prozedur über sich ergehen zu lassen. Durch geeignete, mineralstoffarme Trockenfutter, kann die Produktion von Speichel gesteigert werden und die Beläge werden besser abgeschabt.
Normale deutsche Trockenfutter schaden häufig durch ihren hohen Mineralstoffanteil nicht nur die Nieren, sondern fördern die Zahnsteinbildung noch zusätzlich.
Den oben geschilderten Erkrankungen aber können Sie selbst rechtzeitig begegnen, wenn Sie regelmäßig (am Besten vierteljährlich) die Zähne Ihres Tieres gründlich inspizieren und den Zahnstein so frühzeitig entfernen lassen, daß erst gar keine Keime in den Körper gelangen können.
Weitere Infos und Tipps finden Sie auch bei der Tiermedizin.
Zecken bei Hunden und Katzen
Entwicklungszyklus der einheimischen Zecken
Die für unsere Haustiere wichtigsten Zeckenarten gehören zu den Schildzecken. Schildzecken haben einen Chitinschild (Scutum) welches bei der männlichen Zecke die gesamte Rückenfläche. bei der weiblichen Zecke nur den vorderen Teil bedeckt.
Entwicklungszyklus der Schildzecken
Schildzecken entwickeln sich vom Ei über ein sechsbeiniges Larvenstadium und ein Nymphenstadium. bei dem bereits acht Beine entwickelt sind, zum geschlechtsreifen Tier.
Sie ernähren sich durch Blutsaugen an Säugetieren, Vögeln und sogar Reptilien. Für die Häutung zum nachfolgenden Entwicklungsstadium ist eine Blutmahlzeit mit unterschiedlicher Dauer am Wirtstier unbedingt erforderlich.
Die Länge des Entwicklungszyklus ist abhängig von Klimafaktoren wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Ixodes ricinus - Der Holzbock
Diese Zecke ist in den gemäßigten Klimazonen der Alten Welt am weitesten verbreitet. man trifft sie an fast allen Haus- und Wildsäugetieren an. Auch der Mensch kann befallen werden. Die nüchternen weiblichen Tiere erreichen 3 - 4 mm, die kleineren Männchen 2 - 3 mm Länge. Die adulten Zecken erklettern Gräser, Büsche und ähnliche Pflanzen in ihrem Terrain. Von dort gelangen sie auf den Wirt, wo sie alsbald eine geeignete Stelle zum Blutsaugen aufsuchen. Mit Hilfe ihres Hypostoms, eines mit Zähnen besetzten unpaaren Gebildes am Kopfende, dringen sie durch die Haut des Wirtes und verankern sich in der Bisswunde, wo sie aufgrund der besonderen Eigenschaft des Zeckenspeichels festzementiert sitzen. Dies verhindert, dass die Zecken während ihrer durchschnittlich einwöchigen Blutmahlzeit vom Wirt abgestreift werden können.
Die Kopulation erfolgt meist auf dem Wirt. Das adulte Männchen. welches kein Blut saugt. stirbt nach der Begattung ab.
Die Weibchen saugen etwa das l00-fache oder mehr ihres eigenen Körpergewichtes an Blut, bis sie eine Länge von etwa 1 cm erreicht haben. Danach lösen sie sich von der Haut und lassen sich zu Boden fallen. wo sie nach einer mehrwöchigen Ruhepause mit der Eiablage beginnen. Ein einzelnes Weibchen kann innerhalb von 30 Tagen bis zu 3000 Eier legen.
Nach der Eiablage geht das Zeckenweibchen ebenfalls zugrunde.
Bei günstigen Temperaturen und entsprechender Luftfeuchtigkeit schlüpfen die sechsbeinigen, 0,5 mm langen Zeckenlarven im Schnitt nach etwa 30 Tagen. Sie bleiben noch ungefähr 2 - 3 Wochen am Ort der Eiablage, bis die Chitinkutikula erhärtet und pigmentiert ist. Danach beginnen die Larven ihre parasitäre Phase. Sie kriechen auf umgebende Gräser und Kräuter und befallen vor allem vorbeikommende Kleinsäuger, wie beispielsweise Mäuse in großen Massen. Hier saugen sie für 3 - 8 Tage Blut und fallen danach ab, um sich am Boden innerhalb von 2 - 3 Monaten zur achtbeinigen 1,0 mm langen Nymphe zu entwickeln. Nymphen erklettern die umgebenden Gewächse bis zu 50 cm Höhe und können nun auch schon größere Säugetiere wie Reh- und Rotwild, Igel. aber auch Vögel befallen.
Nach einer Woche Blutsaugen verlassen die Nymphen ihren zweiten Wirt und vollenden innerhalb von 3 bis 5 Monaten ihren Entwicklungszyklus zur Adultzecke, welche wiederum größere Wild-und Haussäugetiere sowie den Menschen befällt.
Abhängig von Klimafaktoren und Vorhandensein geeigneter Wirte dauert der vollständige Entwicklungszyklus des Holzbocks etwa 2 - 3 Jahre.
Rhipicephalus sanguineus -Die Braune Hundezecke
Auch die Braune Hundezecke zählt zu den dreiwirtigen Zecken. Die Weibchen sind ca. 2,5 mm bzw. vollgesogen bis zu 11 mm lang, während die männlichen Tiere maximal 3,5 mm Länge erreichen können. Rhipicephalus sanguineus kommt in warmen Klimazonen der Erde vor und ist die weltweit verbreiteteste Zeckenart. Ihr natürliches Vorkommen in Europa beschränkt sich auf den Mittelmeerraum. während sie in nördlicheren Gebieten aufgrund der niedrigen Wintertemperaturen im Freiland nicht überleben kann.
Die Braune Hundezecke ist aber mittlerweile europaweit verschleppt worden und hat sich in Wohnhäusern, Stallungen und anderen Gebäuden etabliert, in welchen Hunde gehalten werden, die von Reisen in den mediterranen Bereich oder Übersee Rhipicephaluszecken mitgebracht haben. Da die Temperatur in diesen Gebäuden meist konstant oberhalb der kritischen Temperaturgrenze (20 Grad C) für die Entwicklung dieser Zecke liegt, findet sie hier gute Lebensbedingungen vor. Da Rhipicephalus eine hohe Vermehrungsrate aufweist, kommt es nach kurzer Zeit zum massenhaften Auftreten der Parasiten und zum Massenbefall potentieller Wirte, die sich in diesen Räumen aufhalten. Haben sich die Parasiten erst einmal in unseren Häusern etabliert, sind sie nur mit erheblichem Aufwand vollständig zu vernichten. Hauptwirt der Braunen Hundezecke sind Hunde, andere Tierarten werden seltener befallen.
Da es der Zecke in unseren Häusern meist an einem breiten Angebot an geeigneten Wirten fehlt, geben sich die verschiedenen Entwicklungsstadien von Rhipicephalus, statt einen Wechsel durchzuführen, auch immer wieder mit dem gleichen Wirt (Hund) zufrieden, was den o.a. Massenbefall bei unseren Haustieren erklären kann. In Wohnungen mit einer starken Verseuchung durch die Braune Hundezecke werden auch Menschen häufiger attackiert, insbesondere, wenn Hunde als Wirt nicht mehr zur Verfügung stehen.
Die adulten Zeckenweibchen verlassen nach ein- bis zweiwöchiger Blutmahlzeit den Wirt. um an geschützter Stelle sofort mit der Ablage ihrer 2000-5000 Eier zu beginnen. Die Entwicklung der Eier, Larven und Nymphen ist abhängig von der Temperatur und der Luftfeuchte, wobei der Optimalbereich bei 25 - 30 Grad C liegt.
Die Gesamtentwicklungszeit beträgt durchschnittlich 6 Monate.
Schadwirkung durch Zecken
Lokale Irritationen
Durch das Eindringen des Hypostoms in die Haut des Wirtes kommt es zu entzündlichen Reaktionen, die durch fast immer mit eingeschleppte bakterielle Erreger kompliziert werden können.
Entzündungen größeren Ausmaßes können auch dann auftreten, wenn die Zecke unsachgemäß entfernt wird und Teile der Mundwerkzeuge in der Haut des Wirtes verbleiben. Eine entzündliche Reaktion auf den Fremdkörperreiz hin ist hier fast immer die Folge.
Durch Zecken übertragene Krankheiten : Lyme - Borreliose
Der Erreger dieser Erkrankung ist ein Schraubenbakterium (Borrelia burgdorferi), welches von verschiedenen Stadien von Ixodes ricinus übertragen werden kann.
Die Erkrankung wurde 1975 beim Menschen und Mitte der 80er Jahre auch bei Haustieren beschrieben.
In Deutschland sind durchschnittlich 10% der Ixodeszecken, regional sogar über 20%, mit Borrelien infiziert.
Die Erreger befinden sich in Darm und Speicheldrüsen der Zecken und werden während des Saugaktes durch Speichel und gelegentliches Regurgitieren von Darminhalt auf den Wirt übertragen.
Die Speichelsekretion und damit die Ausscheidung von pathogenen Erregern beginnt frühestens zwei Stunden nach dem Ansaugen der Zecke und erreicht ihren Höhepunkt nach 72 Stunden. Daher lässt sich die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung durch frühzeitiges Entfernen der Zecke mindern
Die Symptome der Lyme Borreliose sind vielfältig. Beim Hund stehen nach anfänglichen Symptomen wie Mattigkeit und Fieber vor allem Lahmheit. Schmerzen, andere Ausfallserscheinungen und als Spätfolgen Gelenkbeschwerden im Vordergrund.
Behandelt wird die Borreliose in rechtzeitig erkannten Fällen mit Antibiotika.
Bekämpfung der Zecken
Die Bekämpfung von Zecken erfolgt am Wirt. Ziel ist es, die Zecken schon vor oder direkt nach Beginn des Blutsaugens zu vernichten. Dazu stehen dem Tierarzt moderne Medikamente (Sprays und Auftropfpräparate) zur Verfügung, die meist gleichzeitig eine Wirkung gegen Flöhe besitzen.
Wichtig ist, dass Hunde mit Krankheitserscheinungen, die vorher von Zecken befallen waren, vom Tierarzt auf Borreliose untersucht werden. Hierzu kann ein Bluttest verwendet werden.
oder weitere Tipps finden Sie auch bei der Tiermedizin. |